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    Mod 8-Kapitel 2

    Kapitel 2 – Motorische Entwicklung

    Einführung

    Während der ersten und zweiten Phase der Kindheit werden die meisten physischen und psychomotorischen Fähigkeiten, die wir ein Leben lang besitzen werden, entwickelt. Während dieser Jahre macht der Körper die größte Entwicklung seines Lebens durch. Der Begriff “motorische Entwicklung” geht zurück auf Wernicke. Gemäß Konsens, wird er umrahmt durch die ersten beiden Lebensjahre.
    Jeder von uns hat eine unterschiedliche genetische Veranlagung. Vererbung ist sehr wichtig. Trotzdem ist die Umwelt, in der wir aufwachsen und erzogen werden auch unterschiedlich.

    Zielsetzung

    • Die Grundlagen der kindlichen Entwicklung und Warnsignale in der motorischen Entwicklung zu kennen.
    • Die physischen und motorischen Merkmale eines Kindes zwischen null und drei Jahren zu kennen

    2.1. Geburt und erste Lebensmonate

    Nach der Geburt muss sich das Baby an die neue Situation anpassen. Dies muss schnell geschehen. Das Kind hat seine Unabhängigkeit von der Mutter erlangt, und alle Funktionen—Atmung, Blutkreislauf, Verdauung und Regulierung der Temperatur—werden nun unabhängig von der Mutter ausgeführt.

    1953 entwickelte Virginia Apgar einen Test, um bei jedem Kind den Grad seiner Anpassung an die neue Situation zu messen. Seither wird dieser Test auf der ganzen Welt bei jedem Neugeborenen angewendet. Der Test wird eine Minute nach der Geburt des Kindes gemacht und nach weiteren fünf Minuten wiederholt.

    Apgar Test.

    Wie funktioniert der Test?

    Er bewertet die Lebenskraft des Neugeborenen. Es wird 1 Minute und 5 Minuten nach der Geburt gemessen und manchmal noch nach 10 Minuten.
    Fünf Parameter werden untersucht:

    • Herzfrequenz (die Herzschlagfrequenz wird bestimmt)
    • Atmung (Schwierigkeiten beim Atmen)
    • Muskeltonus (Stärke der Bewegung)
    • Reflexe (den Nieseffekt wird ausgelöst)
    • Farbe (rosig, bläulich oder blass).

    Die Maximalpunktzahl ist 10. Wenn der Wert einer der Messungen sehr niedrig ist, kann eine medizinische Intervention angezeigt sein.

    APGAR Testkriterien

    0 Punkte

    1 Punkt

    2 Punkte

    Kurzwort

    Hautfarbe völlig blau blaue Extremitäten normal Aussehen
    Herzschlag keiner <100 >100 Puls
    Reflexe und Reizbarkeit keine Reaktion auf die Stimulation angedeutetes/ schwaches Weinen nach der Stimulation Niesen / Husten / Treten bei der Stimulation Gestik
    Muskeltonus schlaff träges Beugen aktive Bewegung Aktivität
    Atmung nicht vorhanden schwach oder Unregelmäßig stark Atmung

    Wenn ein Kind geboren wird, interagiert es mit der Umwelt hauptsächlich durch unwillkürliche Reflexe.

    Reflexe eines Neugeborenen

    Die folgenden Reflexe sind normal bei einem Neugeborenen:

    • Moro Reflex. Dieser Reflex kommt vor, wenn sich der Kopf des Babies schnell bewegt, er nach hinten fällt, oder wenn ein lautes Geräusch das Kind erschreckt. Das Kind reagiert, indem es Arme, Beine und Nacken durchstreckt. Dann zieht es seine Arme blitzschnell zusammen. Es kann sein, dass es weint, wenn es dies tut. Dieser Reflex muss nach zwei Monaten verschwinden.
    • Saugreflex. Dies ist der Reflex, nach der Brust der Mutter zu suchen. Wenn man die Wange des Babies sanft mit dem Finger berührt, wird das Kind seinen Kopf zum Finger hin drehen. Dieser Reflex wird drei bis vier Monate anhalten.
    • Greifreflex. Das Kind greift nach allem, was sich in seiner Handfläche befindet und schließt seine Faust darum. Dieser Reflex bleibt fünf bis sechs Monate.
    • Laufreflex. Wenn man das Kind unter den Armen fasst und auf eine harte Oberfläche hält, wird es kleine Schritte machen. Dieser Reflex bleibt normalerweise mindestens einige Monate erhalten.

    Das Auftreten von essentiellen Entwicklungsschritten in jedem Stadium des Lebens des Kindes hängt weitestgehend von der Reifung des Nervensystems und vom Myelinisations-prozess ab. Es ist auch abhängig vom Einfluss der Lebensweise und der Erziehung.

    The emergence of essential movements on each stage of the child’s life depends largely on the Maturation of the Nervous System, and the myelinization process. It also depends on the influence of life and education.
    Apgar, Virginia (1953). “A proposal for a new method of evaluation of the newborn infant“. Curr. Res. Anesth. Analg. 32 (4): 260–26

    Kalender für das Erlernen einiger Hauptkörperhaltungen

    Verhalten

    Beschreibung

    Alter

    Kontrolle des Kopfes Den Kopf in gerader Linie zum Körper halten. 3-4 Monate
    Auge- Hand-Koordination Koordination zwischen Auge und Hand, um Objekte präzise zu ergreifen 3-4 Monate
    Sitzposition Mit Unterstützung Ohne Unterstützung 4-5 Monate
    6-7 Monate
    Krabbeln Sich auf Händen und Knien vorwärts bewegen Mit ungefähr 8 Monaten
    Aufrecht stehen Mit Unterstützung Ohne Unterstützung 9-10 Monate
    12 Monate
    Laufen Mit Unterstützung Ohne Unterstützung 11-12 Monate
    12-14 Monate

    Figur 1. Kalender für das Erlernen einiger Hauptkörperhaltungen. ©Josep A. Pérez CastellóUIB.

    2.2. Motorische Entwicklung bis zum dritten Lebensjahr

    DAS KIND ZWISCHEN NULL UND EINEM JAHR

    • Wenn ein Kind geboren wird, misst es etwa 50cm und wiegt 3.5 kg. Die normale fortlaufende Entwicklung (Entwicklungskurve) beginnt nun.
    • Die ersten vier Wochen gehören zur Neugeborenen-Phase, der Übergangszeit vom Leben innerhalb des Uterus zu einem unabhängigen Leben.
    • Die Merkmale eines Neugeborenen sind typisch: großer Kopf, große schläfrige Augen, kleine Nase, zurückversetztes Kinn (Stillen) und Pausbacken.
    • Der Kopf des Neugeborenen macht ¼ seiner Körperlänge aus. Die Schädelknochen werden sich erst im Alter von 18 Monaten völlig schließen.
    • Das physische Wachstum innerhalb der ersten drei Jahre ist schneller als im späteren Leben.
    • Der erste Zahn erscheint im Alter von fünf bis neun Monaten. Mit einem Jahr hat das Baby zwischen sechs und acht Zähnen, und mit zweieinhalb Jahren zwanzig Zähne.
    • Die Fähigkeit, sich frei und richtig zu bewegen, entwickelt sich schrittweise. Das Erlernen von motorischen Fähigkeiten findet in einer spezifischen Abfolge statt.
    • Gehen zu können und mit den Händen exakt zu greifen, sind die zwei charakteristischsten motorischen Fähigkeiten des Menschen. Keine von beiden ist bei der Geburt vorhanden.
    • Entwicklungsgesetze:
      • Cephalocaudales Gesetz: Körperteile, die näher beim Kopf liegen, also von oben nach unten (die Arme vor den Beinen) werden zuerst kontrolliert.
      • Proximodistales Gesetz: Körperteile, die näher an der Körperachse liegen, werden zuerst kontrolliert (Arme, Handgelenke, Hand).
    • Entwicklung der Kontrolle der Körperhaltung (nach diesen Gesetzen).
      • Mit 3 Monaten: Kontrolle des Kopfes
      • Mit 3 Monaten: selbständiges Umdrehen.
      • Mit 3 ½ Monaten: große Objekte ergreifen.
      • Mit 4 Monaten: Hand-Auge-Koordination. Kein Schütteln des Armes oder Schlagen.
      • Mit 6 Monaten: Sitzen ohne Unterstützung.
      • Mit 7 Monaten: gezieltes Greifen und Tasten.
      • Mit 8 Monaten: Krabbeln und Kriechen.
      • Mit 10 Monaten: Stehen und mit Unterstützung Laufen.
      • Mit 12-14 Monaten: Beginnendes Laufen ohne Unterstützung.

    DAS KIND ZWISCHEN EIN UND ZWEI JAHREN

    • Treppen werden entdeckt. Sie werden zuerst mit Hilfe, dann zusehends selbständig bewältigt. Mit 14 Monaten: ein Turm aus zwei Würfeln wird gebaut.
    • Stößt eine Baby-Laufhilfe, um zu gehen.
    • Spielt mit Händen und Füssen Ball.
    • Kann kritzeln und Teile zusammensetzen, werfen und einsammeln.
    • Kann unermüdlich wieder und wieder spielen.
    • Beginnt, selbständig zu essen.
    • Mit zwei Jahren kann das Kind eine Tasse am Henkel halten und selbständig trinken.

    DAS KIND ZWISCHEN ZWEI UND DREI JAHREN

    • Kann die Pedale eines Dreirads treten.
    • Kann Treppen steigen, indem es abwechslungsweise den rechten und den linken Fuß benutzt, und kann wieder runter laufen.
    • Kann sich an- und ausziehen (einfache Kleidungsstücke ohne Knöpfe oder Reißverschlüsse)
    • Kann alleine essen, (fast) ohne schmutzig zu werden.
    • Kann zeichnen, kritzeln, Linien und Kreise malen.
    • Kann den Schließmuskel kontrollieren (zuerst tagsüber, dann auch nachts).

    WARNSIGNALE WÄHREND DER PSYCHOMOTORISCHEN ENTWICKLUNG
    Die psychomotorische Entwicklung des Kindes und ihre Bewertung in der Primärversorgung („Psychomotor development of the child and its evaluation in primary Care“) () A. Iceta1, M.E. Yoldi2.
    ANALES Sis San Navarra 2002, Vol. 25, Suplemento 2

    1. Lebensmonat

    • Beständige Reizbarkeit.
    • Saugstörung.
    • Unfähigkeit, die Augen kurz zu fixieren.
    • Keine Reaktion auf Geräusche.

    2. Lebensmonat

    • Die Reizbarkeit hält an.
    • Übertriebenes Erschrecken bei Geräuschen.
    • Heranziehen des Daumens.
    • Fehlen des sozialen Lächelns.

    3. Lebensmonat

    • Bewegt seine Hände asymmetrisch.
    • Unfähigkeit, mit den Augen einem Gegenstand zu folgen.
    • Nicht fähig, seinen Kopf zu halten.

    4. Lebensmonat

    • Extrem passive Haltung.
    • Geschlossene Fäuste.
    • Hypertonie der Adduktoren (Winkel unter 90º).

    6. Lebensmonat

    • Hypertonie der Gliedmaßen und Hypotonie des Nackens und Rumpfes.
    • Unfähigkeit, sich selber umzudrehen.
    • Der Moro Reflex hält an.
    • Unfähigkeit, sich mit Unterstützung hinzusetzen.
    • Fehlen von absichtlichem Greifen und Tasten.

    9. Lebensmonat

    • Fehlen selbständigen Bewegens.
    • Hypotonie im Rumpf.
    • Unfähigkeit zu sitzen.
    • Fehlendes Greifen und Tasten, um Dinge zu bearbeiten/transportieren.

    12. Lebensmonat

    • Unable to stand up.
    • Abnormal reflexes.

    15. Lebensmonat

    • Unfähigkeit, alleine zu laufen.
    • Fehlen des Greifens und Tastens gegen oben.
    • Das Kind wirft keine Dinge.
    • Konstantes Wechseln von einer Aktivität zur nächsten.

    18. Lebensmonat

    • Unfähigkeit, Treppen zu steigen.
    • Kind kritzelt nicht spontan.
    • Unfähigkeit, aus einer Tasse zu trinken.
    • Unfähigkeit, einen Turm aus zwei Würfeln zu bauen.

    24. Lebensmonat

    • Das Kind rennt nicht.
    • Unfähigkeit, Türme aus drei bis sechs Würfeln zu bauen.
    • Unfähigkeit, bei symbolischen Spielen mitzumachen.

    Warnsignale in jedem Alter

    • Anormale Mobilität, Tonus oder Haltung.
    • Unabsichtliche Bewegungen (dystonische Haltung der Hände, Hyperextension des Kopfes…)
    • Anormale Augenbewegungen.
    • Verzögerung beim Erlernen von Elementen des Reifungsprozesses.

    Merke: Diejenigen Elemente, die zur Sprachentwicklung gehören, wurden aus dieser Liste der Alarmsignale entfernt. Sie wurden in Kapitel 4 des Modules 8 miteinbezogen.

    2.3 Spielen

    Spielen ist viel mehr als einfach nur Spaß zu haben. Spielen ist ein wichtiger Teil des Lebens eines Babies und Kleinkindes. Spielen ist die “tägliche Arbeit” eines Kindes: es hilft ihm zu lernen und zu wachsen. Die Eltern sind die ersten und primären Ausbilder/Erzieher des Kindes.

    Warum Spielen so wichtig ist:

    • Um mehr über sich uns seine Welt zu erfahren.
    • Um zu lernen, Dinge zu tun.
    • Um Probleme zu lösen.
    • Um Gefühle zu erleben.
    • Um Selbstvertrauen zu gewinnen.
    • Um stärker zu werden.
    • Um Kontakte zu knüpfen (teilen und abwechseln lernen)

    Spiel und Alter

    Beim Spielen geht es ums Lernen – Ein Leitfaden zum Spielen für Eltern von Kindern zwischen null und 2 ½ Jahren finden Sie unter:http://mhcs.health.nsw.gov.au

    0-9 Monate

    • Mit dem Kind sprechen und ihm vorsingen. Dies hilft ihm, sprechen zu lernen und Wörter zu verstehen.
    • Das Kind lernt, indem es Dinge berührt und erfühlt. Man sollte ihm ungefährliche Spielzeuge und Objekte anbieten: Stofftiere, Rasseln, Löffel. Wenn das Kind mit der Rassel Geräusche macht, lernt es, dass es selber etwas bewirken kann.
    • Lassen Sie das Kind jeden Tag für eine Weile auf dem Bauch liegend spielen. So wird es lernen, seinen Kopf stabil zu halten. Es wird dadurch stärker und fähig, umher zu schauen. Wählen Sie einen sicheren Platz am Boden und legen Sie es auf eine Decke oder einen Teppich. Bleiben Sie beim Kind; passen Sie auf, dass es nicht auf dem Bauch liegend einschläft.

    9-18 Monate

    • Erzählen Sie Geschichten oder lesen Sie einfache Bilderbücher vor. Oder basteln Sie ein Notizbuch mit ausgeschnittenen Bildern. Zeigen Sie auf Bilder. Sagen Sie, was auf den Bildern passiert.
    • Kritzeln. Lassen Sie das Kind mit ungiftigen Wachsmalstiften auf Papier malen.
    • Lieder und Reime.
    • Wasserspielzeug: Schwimmendes Spielzeug, Behälter füllen und ausleeren.
    • Würfel stapeln.
    • Füllen Sie eine Schachtel mit verschiedenen (sicheren) Gegenständen und Objekten aus unterschiedlichen Materialien. Achten Sie darauf, dass Sie unterschiedliche Formen und Farben auswählen. Lassen Sie das Kind nun den Inhalt des Behälters erforschen. Nennen Sie laut die Namen der Gegenstände.

    18 Monate bis zweieinhalb Jahre

    • Sich verkleiden.
    • Mit Fingerfarben malen.
    • Mit Kartonschachteln Türme oder kleine Häuser zum Spielen bauen.
    • Wortspiele.
    • Bälle werfen, prellen und treten.

    Referenzen

    APGAR, Virginia (1953). “A proposal for a new method of evaluation of the newborn infant“. Curr. Res. Anesth. Analg. 32 (4): 260–267

    BERGER, K.S. (2004) Chapter 2. Theories of Development. p. 35-56 from BERGER, K.S. (2004) Psicología del desarrollo: infancia y adolescencia. Madrid: Médica-Panamericana.

    STASSEN BERGER, K i THOMPSON, R.A. (1997) Chapter 12. “School Years: Biosocial Development.” From STASSEN BERGER, K i THOMPSON, R.A.: Psicología del Desarrollo: Infancia y Adolescencia. Madrid: Editorial Médica – Panamericana


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